Tierheim Choli Saland


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Flu Flu

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(Geschichte für in den Katzenschrei)

Am liebsten würde ich die Geschichte mit "Es war einmal" beginnen, den sie ist fast ein Märchen.

Also...

... vor einigen Wochen kam eine Katze zu uns wie wir sie wohl noch nie gesehen haben, das arme Mädchen war über 13 (!!!) Kilo schwer und konnte sich kaum noch rühren. Eigentlich wäre sie eine sehr schöne Katze mit grünen Augen und schwarzweissem Fell. Aber so unförmig, dass man kaum die Beinchen sah. Ausserdem ging sie nur ein paar Schritte und dann legte sie sich gleich hin. Wie genau sie zu diesem enormen Uebergewicht kam, wissen wir nicht. Jedenfalls hat eine Tierfreundin die Katze dem Tierbesitzer weggenommen (grade noch rechtzeitig würde ich sagen) und wolle sie zu Hause auf Diät setzen und behalten. Leider ist die Liebe aber nicht sehr kompatible mit anderen Katzen. Und so ging es mit den bereits vorhanden Katzen gar nicht gut. So brauchte die Dame die Katze schweren Herzen zu uns.
Ihr Name laut Impfbüchlein war Fru. Da wir uns aber darauf keinen Reim machen konnten nannten wir sie Flu. Mir kam dabei in den Sinn, dass man im Französischen FluFlu sagt wenn man etwas Leichtes, Flatterhaftes meint und so nannte ich die arme Maus FluFlu. Es tat einem im Herzen weh, wenn man sah was eine so übergewichtige Katze für ein Leben hat.
Wir brachten FluFlu dann möglichst schnell zum Tierarzt den wir dachten, sie hätte bestimmt entweder Probleme mit der Schilddrüse oder Diabetes oder sonst ein körperliches Leiden. Aber ohalätz. FluFlu war ringsum gesund. Nun ist es einem Tierheim wie dem unseren wo alle Katzen frei zirkulieren können auch nicht gerade einfach einer Katze ein Spezialfutter zu verabreichen und vermeiden, dass sie das Futter der übrigen Katzen frisst. Und da wir mit Jerry dem Diabetiker bereits eine Katze haben, die Diätfutter braucht und so ihren eignen Lebensbereich braucht, wussten wir nicht so recht wie das mit FluFlu wohl funktionieren sollte. Und einfach so in ein separates Zimmer sperren wollten wir sie auch nicht, obwohl, sie wurde schon sehr zickig, wenn sie eine andere Katze sah.
Nach ca. einer Woche meldete sich ein Mann bei uns, der durch eine liebe Bekannte von FluFlu gehört hatte und wollte sie sich mal ansehen. Ich machte mir nun wirklich keine grosse Hoffnung, war überzeugt wen er sie sehen würde, würde er ziemlich schnell eine andere Katze aussuchen. Obwohl er am Telefon betonte er möchte gerne einer Katze ein zu Hause bieten, welche vielleicht sonst keinen Platz finden würde. Da FluFlu aber auch zu Menschen sehr zickig werden konnte, wenn sie eine andere Katze sah (sie fauchte dann gegen die Katze aber auch gegen den Menschen der sie streichelte) musste ich den Herrn warnen. Als er kam, lag sie unter einem Bett, wo sie nur auf dem Bauch robbend herauskommen konnte und kaum ging er davor in die Hocke kam sie schon dahergeschwommen (es sah wirklich bei ihr so aus wie ein Frosch) und liess sich von ihm kraulen. Ich liess die Beiden allein und dachte mir, schade das wäre sicher ein sympathischer Mensch aber eben.

Als ich nach ca. 30 Minuten wieder nachsehen ging, traute ich meinen Augen kaum. Der Mann trug diese schwergewichtige Katze wie ein Baby auf dem Arm und die schnurrte wie ein Traktor.
Ich frage ihn also was er dazu meine. Und seine Antwort war: "Kann ich sie bitte gleich mitnehmen". Ich war völlig überwältigt und sagte ich müsse das schon zuerst mit dem Tierheimleiter besprechen, denn das hätten wir bisher nur in den seltensten Fällen gemacht. Also ging ich mich mit Herr Gasser beraten. Wir fanden in Anbetracht dessen, dass es bei uns fast unmöglich sein würde sie auf Diät zuhalten und da es wohl kaum jemanden gab, der so eine Katze bei sich aufnehmen möchte und auch die Zeit und den Willen hatte ihr gut zu schauen können wir es wohl wagen. Nun ging es natürlich auf die Suche nach einem Tragkorb der gross genug war für die Süsse. Und das Futter gaben wir ihm auch gleich mit. Und er versprach, dass er gleich am Montag in seine Tierklinik gehe und sich genau erkundige wie man das mit dem Abnehmen am besten mache. Noch am selben Abend verschickte der tolle Mensch ein Rundmail an sein Freunde und an mich. Er schrieb darin, dass er überglücklich sei, die liebe Muus gefunden zu haben und dass er nun glücklicher Papa einer Katzendame geworden sei. In all seinen folgenden Mail nennt er sie "mini Muus" und er hält uns konstant auf dem Laufenden über das Zusammenleben mit ihr und die Diäterfolge.
Dass es solche Menschen gibt, macht alle schlechten Erfahrungen die wir ja auch machen wieder wett. Es ist einfach wunderbar zu wissen, dass ein Tier bei dem wir wenig Hoffnung hatten, dass sie unser Tierheim je wieder verlassen würde so ein Glück hat. Eben wie im Märchen.

Elisabeth Frutiger
Comp. Doc-Date 28/06/2009


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