Tierheim Choli Saland


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Leidenswege

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Das traurige Schicksal von Katzen, die nach der Vermittlung wieder bei uns landeten
Zurück gebracht zum sterben...
Von Elisabeth Frutiger

Livia und Lisa zwei wunderschöne kleine Kätzchen, eines grau das andere grau mit einer weissen Halskrause, wurden bei uns im Tierheim ausgelesen. Die Dame arbeitet 100% der Mann ist Hausmann. Das schien mir ideal für zwei junge Büsi’s. Die Leute besitzen ein Reihenhaus und wollten probieren die beiden Kleinen an eine Leine zu gewöhnen, damit sie in den Garten können. Beim zweiten Besuch merkte ich dann, dass der Mann ziemlich allergisch auf die Katzen reagierte. Vor lauter Niesen konnte er kaum noch reden, seine Augen und Nase liefen. Daraufhin sagte ich, er könne die Katzen nicht nehmen er sei ja hochgradig allergisch. Sehr bestimmt verneinte er und meinte, dass sei nur weil bei uns so viele Katzen sein, zu Hause würde er nicht reagieren. Ausserdem haben sie früher eine Katze gehabt und das schien ihm damals nichts ausgemacht zu haben. Mir war nicht wohl und ich schlug vor, dass er sich von einem Arzt noch testen liesse. Aber dieser Mann ist ein so dominanter und bestimmter Mensch, er war sicher, dass es bei ihm gut gehen würde.
Nun also brachten wir ihnen die Katzen an einem Samstag ins Haus. Bereits am Dienstag darauf kam der Anruf. Er könne kaum noch atmen, es gehe nicht, er wolle die Katzen zurückbringen. Am Abend dann rief seine Frau an und sagte, nein es gehe schon, sie habe diverse Mittel von Internet bestellt, die gegen Katzenallergien wirken sollen, sie werde ihren Mann „heilen“. Wir konnten nicht wissen dass die Katzen z.T. mit diesen Mitteln eingesprüht werden sollten, damit man nicht mehr allergisch auf sie reagieren würde, was natürlich ausgesprochener Humbug war und ist. Gäbe es so etwas, würde das jeder Katzenfreund der allergisch ist wissen und diese Firma könnten ein Heidengeld machen. Nach einer weiteren Woche stellte sich dann logischerweise heraus, dass alles nicht half. Der Mann war im Gesicht ganz geschwollen und hatte Atemprobleme. Ausserdem ist er ein sehr ungeduldiger Mensch, sodass er gar nicht erst versuchte es für eine Weile auszuhalten. Mir war es recht, mir ist lieber Katzen sind bei uns als bei jemandem, der sie nicht mal streicheln und anfassen kann.

Völlig abgemagert und vernachlässigt

Die beiden Katzen kamen also wieder zu uns. Aber wie sahen die beiden den aus!? Beide waren völlig abgemagert und hatten ein ganz komisches Fell. Wir waren entsetzt. Was hatten diese Leute nur mit den Katzen gemacht? Waren die besagten Mittel vielleicht gar giftig?? Jedenfalls frassen beide überhaupt nicht mehr und waren sehr schwach. Wir haben alles versucht. Herr Gasser gab Essen und Flüssigkeit ein, wir versuchten es mit verschieden Futtersorten und eine Zeitlang sah es aus, als würden sie sich wieder fangen. Aber dann starb Lisa ganz unerwartet.
Nun kämpften wir um Livia. Sie wurde immer schwächer, gleichzeitig aber wurde sie auch immer verschmuster. Frau Rüegg und Herr Gasser trugen sie tagsüber immer wieder stundenlang mit sich herum und alle unsere Besucher schmusten mit ihr. Es gab wirklich kein Lebensmittel das wir nicht versucht haben, um sie wieder zum Essen zu bringen. Nichts half. Am Ende war Livia sogar zu schwach um ins Kistli zu gehen und an einem Sonntag kam sie nicht mehr selber raus und schrie beim hochheben so markerschütternd das wir wussten... jetzt hat sie Schmerzen! So mussten wir sie schweren Herzens erlösen. Es tat unendlich weh, denn wir hatten so viel versucht und so sehr gehofft.

Die Dame war nett, doch brachte sie Leid und Tod

Fast dasselbe Schicksal ereilte zwei 13 jährige Schwestern mit sehr komischen Namen. Tröpfli (eine hübsche dreifärbige Katze, die nach einen Unfall keinen Schwanz mehr hatte) und Nepomuk, eine kleine süsse Tigerkatze. Wie war ich froh, als ich eine nette Dame fand, die sich (obwohl sie sich eigentlich für jüngere Katzen interessierte) dann doch für die beiden Schwestern entschied. Ich hatte sie natürlich auch in den höchsten Tönen gelobt, waren sie mir doch sehr ans Herz gewachsen. Beide so sehr verschmust und lieb. Gesund und rund.

Schon eine Woche nach der Platzierung rief die Dame an und schimpfte, wir hätten ihr gar keine Wohnungskatzen gegeben, das seien doch Freigänger, sie würden den ganzen Tag am Fenster sitzen, rausschauen und auf dem Balkon würden sie die ganze Zeit unten durch den vorhanden Spalt schauen. Sie halte das nervlich nicht aus, die Katzen würden schrecklich leiden. Ich war völlig perplex, denn für mich war das ein normales Verhalten und ich konnte nicht verstehen, warum die Dame fand, dass die beiden Katzen leiden. Ich wollte Näheres wissen, aber mehr sagte die Dame nicht, sie sagte nur, sie gebe den Katzen noch eine Woche Zeit, dann bringe sie sie zurück, sie werde sonst krank. Zwei Wochen nach der Platzierung brachte sie die Katzen zurück. Dass sie diese nicht noch vor die Türe stellte, grenzte fast an ein Wunder.
Wir bekamen einen Schrecken beim Anblick der Katzen! Die beiden waren abgemagert und vor allem Tröpfli sah wirklich sehr krank aus. Hatte diese „Dame“ vor lauter eigenem <unglücklich sein> nicht einmal mehr bemerkt, dass das arme Tröpfli vermutlich die ganzen 14 Tage nichts gegessen hatte? Offensichtlich nicht! Wir mussten sie zum Tierarzt bringen wo sie zwei Tage lang Infusionen erhielt.
Nepomuk hatte eine schlimme Verstopfung und brauchte tagelang Einläufe damit sie überhaupt koten konnte. Nach zwei Tagen und einigen Blutuntersuchung konnte der Tierarzt nichts feststellen, weder waren die Leber- noch die Nierenwerte erhöht und auch sonst konnte keine Infektion oder ähnliches gefunden werden. Offensichtlich war die Katze einfach psychisch völlig fertig. Vor lauter schlechtem Gewissen, dass ich die beiden armen Schätzlis diesem Psychoterror in Person vermittelt hatte, nahm ich Tröpfli zu mir nach Hause in mein Krankenzimmer.

Es war zu spät für Tröpfli

Sie war ja sehr anhänglich und verschmust, ich musste sie nur wieder zum fressen bringen. Aber genau das war das Problem. Nichts schmeckte ihr. Am Anfang frass sie noch ein klein bisschen aber mit jeden Tag weniger. Sie trank auch nicht genug, so dass ich ihr auch Nahrung und Flüssigkeit eingeben musste. Sie liess sich gerne herumtragen und kuschelte sich in meine Arme. Sie sass stundenlang bei mir am Fenster und genoss die Aussicht und wärmende Sonne auf ihrem Pelz.
Aber sie wurde immer schwächer und konnte schon nicht mehr irgendwo hochspringen, trank nur, wenn man ihr das Gefäss vor das Gesicht hielt. Fressen wollte sie überhaupt nicht mehr. Jeden Tag hoffte ich auf Besserung, bis sie mir eines Morgens signalisierte, dass sie nicht mehr leben wollte. Kam sie vorher immer aus ihrem Körbli um mich zu begrüssen, obwohl sie beim Laufen schwankte, blieb sie an diesem Morgen liegen und als ich sie hochhob legte sie den Kopf auf meine Arme und schlief gleich wieder ein. Also musste ich sie schweren Herzens erlösen lassen. Ich musste weinen und ich fühlte mich so schuldig, weil ich nicht gemerkt hatte, dass diese Frau gar keine Geduld für Katzen hatte. Wie konnte ich mich nur so täuschen. Nepomuk (das Schwesterchen) hat „Gott sei Dank“ das ganze gut überwunden und so hoffen wir nun auf ein optimales Plätzchen, damit sie nicht die restlichen Jahre im Tierheim verbringen muss.

Happy End: Für Nepomuk wenigsten ging die Geschichte gut aus
Nachdem sie ca. 4 Wochen wieder bei uns war, kam ein junges Paar von Luzern zu uns, weil sie fest entschlossen waren einer älteren Katze ein schönes Zuhause zu bieten. Vor allem der junge Mann hat Zeit seines Lebens immer benachteiligte und kranke Tiere aufgepäppelt und hatte einen sehr guten Draht zu unseren Katzen. In der Quarantäne befanden sich zu dieser Zeit vier Tigerkatzen. Darunter Nepomuk als älteste mit ihren 13 Jahren.
Schon nach ein paar Minuten war klar, Nepomuk hatte sich verliebt, sie schmiss sich schamlos an den jungen Mann und schnurrte wie ein Traktor. Die junge Frau war etwas hilflos, den sie wurde vollkommen von unserem wunderschönen, riesengrossen aber leider nierenkranken Kater nahmen Whisky (8-jährig) in Beschlag genommen. Da sie ein grosses Herz hat fand sie aber, sie würde sich absolut mit Nepomuk anfreunden, weil es für sie wichtig war, dass ihr Schatz die richtige Katze für sich auslesen konnte. Allerdings gefiel ihm Whisky natürlich auch sehr. Also ab nach Hause und ausgeknobelt wer der/die Glückliche sein würde. Bereits am nächsten Tag kam ein Anruf, ob ich mir wohl denken könnte, dass sich Nepomuk und Whisky vertragen würden, sie möchten nämlich keinen der Beiden benachteiligen. Was für eine Freude, also zog Nepomuk mit Whisky nach Luzern. Und aus den Mails und Anrufen der beiden jungen Leute geht es sogar besser als wir je vermuten konnten. Nepomuk ist aufgelebt und versteht sich recht gut mit Whisky und Whisky frisst schön brav sein Nierendiätfutter und hat sogar etwas zugenommen. Ein seltenes Glück, Menschen zu finden, welche solche Aufgaben auf sich nehmen.

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