Tierheim Choli Saland


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Pirat Carlo

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Carlo... vom Piraten zum Schosshündli (resp. Kätzchen)
Von Elisabeth Frutiger

In unserem Tierheim hat es viele verschiedene Kostgänger, Pflegeleichte und Schwierige. Carlo gehörte ganz klar zur zweiten Kategorie. Als er zu uns kam war er unzufrieden und hatte zu Hause, obwohl kastriert, überall markiert. Auch besass er nur noch ein Auge, was aber kein Problem für ihn darstellte. Carlo war zwar schon darauf aus von uns gestreichelt zu werden, kamen aber dann auch noch die anderen Katzen, die halt auch ihre Streicheleinheiten wollten, wurde er schnell unwirsch und schlug nach der streichelnden Hand oder nach den Kollegen.

Der Schrecken des Tierheims

Auch sonst war er ein bisschen der Schrecken des Tierheims. Immer mal wieder gab es Schlägereien mit anderen Katzen und wir wären froh gewesen, wenn er ein gutes Plätzchen gefunden hätte, aber eben, wir wollten den Leuten ja seine negativen Seiten nicht vorenthalten. Also stellten wir sein Porträt mit allen seinen Macken ins Internet. Ab und zu kam auch mal jemand der sich für ihn interessierte, aber entweder verliebten sie sich dann bei uns in ein anderes Büsi, oder er verpatzte sich seine Chancen selber indem er nach den Besuchern schlug. Wir fanden uns damit ab, dass er wohl bei uns bleiben würde, uns taten einfach die scheuen Katzen leid, denen er immer mal wieder Ohrfeigen verteilte.

Eines Tages meldete sich eine junge Frau, die mitten in der Stadt Zürich wohnt und fragte nach Carlo. Ich riet ihr natürlich ab, zumal sie nicht mal einen Balkon vorzuweisen hatte nur vergitterte Fenster bis zum Boden. Und dann eben, die Stadt, der Lärm, das war doch nichts für unseren Freiheitskämpfer. Aber sie liess nicht locker und wollte ihn wenigstens kennen lernen. Also kam sie uns besuchen. Sie verweilte lange bei Carlo, und er schlug nicht einmal nach ihr. Das war schon etwas verwunderlich, aber da war ja noch seine Markiererei, das in einer Stadtwohnung als Mieterin. Und bei uns pisste er auch mal sehr treffsicher aus dem Fenster. Aber die junge Frau liess sich nicht davon abbringen, das er der Rechte sei. Wir baten sie also inständig, nicht zu lange zu warten, wenn er bei ihr auch alles markieren sollte oder sie ihn kaum anfassen könne, soll sie ihn so schnell wie möglich zurückbringen.

Wir glaubten nicht sehr an das Experiment, obwohl wir schon auch dachten, vielleicht sei Carlo schon sehr genervt durch die Konkurrenten, und da wäre er ja dann König. Also zog Carlo nach Zürich, schon nach ein paar Tagen die erste gute Nachricht. Carlo hatte die Wohnung sofort in Beschlag genommen, liess sich hochheben, kratze und schlug nie nach seiner neuen Besitzerin und markierte auch nicht. Was für ein Wunder, wir wollten es noch gar nicht glauben, da kam die nächste Nachricht. Der Freund der jungen Frau hatte Carlo auch ins Herz geschlossen bedauerte ihn aber, weil er immer in der Wohnung sein musste. Also zog er ihm ein Gstältli an (das hätten wir ja mal versuchen müssen!) nahm ihn an die Leine und ging mit ihm spazieren – im Stadtpark. Und Carlo stolzierte wie ein richtiger Zürcher freudig herum. Ging auch ganz brav wieder mit heim und ist und blieb der brävste Kater den man sich nur vorstellen kann.

Soviel zu wer passt zu wem!

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