Tierheim Choli Saland


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Tobias & Felizita

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Tod und Leben nah beisammen
Von Elisabeth Frutiger

Eigentlich waren wir der Meinung, es seien nun alle Kätzinnen auf unserem Hof kastriert. Aber nein, da hatte sich doch noch eine nicht „erwischen“ lassen und bekam Nachwuchs im Heustock.
Der Bauer (ein ausgesprochen tierlieber Mann) sagte mir Bescheid, dass er dann zum Heuen anfangen sollte und es somit gefährlich werde für die Kätzchen. Er werde Ausschau halten und mir die Kleinen für's Tierheim bringen. Allerdings ist die Katzenmutter scheu und sehr schlau. Immer wieder zog sie mit den Kleinen um. Aber dann am Sonntagabend brachte sie die Kleinen raus an die Sonne.

Der Kleine war verschwunden

Am Montagmorgen sah ich sie dann. Ein schönes rotweisses Tigerli, eine dreifärbige Katze und ein schwarzweisses Kätzchen. Aber wie sah das aus, mehr tot als lebendig lag es an der Sonne und regte sich kaum noch. Sein Atem ging sehr schwer. Die Äuglein von allen drei Kätzchen waren völlig zugeklebt von Dreck und Eiter. Herr Gasser kam gleich mit dem Notfallkoffer und so putzen wir allen drei erst mal die Augen, damit sie auch was sahen. Das schwarzweisse Kätzchen war sehr schwach aber es stand nun doch auf den Beinen und so legte ich nach der Behandlung die Beiden wieder an den gleichen Platz zurück damit die Mutter sie auch wieder findet. Als ich das Dritte holen wollte, suchte Herr Gasser hektisch im Auto. Der Kleine (es ist ein Junge – wirklich diesmal stimmts) hatte im Fussraum des Autos gespielt und war plötzlich verschwunden.

Die grosse Suche

Wir durchsuchten das ganze Auto schauten in jeden Hohlraum. Kein Kätzchen. Konnte man von Fussraum zum Motor gelangen?? Es hatte zwar zwei schmale Öffnungen, aber kaum gross genug für eine kleine Katze, oder doch??? Wir sahen im Motor nach suchten unter dem Auto, nichts er war nicht da. Und er gab auch keine Antwort. In der Hoffnung er sei selber wieder rausgekrabbelt suchten wir die ganze Umgebung ab, (soooo schnell sind kleine Kätzchen mit 4 ½ Wochen auch noch nicht) vergeblich. Herr Gasser hätte eigentlich wieder gehen sollen, aber wer bringt es schon fertig den Motor zu starten wenn man nicht sicher ist, ob das Kätzchen nicht doch im Auto steckt. Also anderes Auto besorgt und uns selber 2 Std. Zeit gegeben, solange stand das Auto am Schatten. Wenn er dann nicht selber wieder herauskam, musste ein Mechaniker kommen. Sie ahnen es schon? Er kam nicht heraus. Die Sonne begann auf das Auto zu brennen, den Motor starten um es an den Schatten zu fahren, nicht möglich. Also der Mechaniker musste her.
Ich rief unsere Werkstatt in Turbenthal an: „Herr Mötteli, es geht um Leben und Tod, Sie müssen sofort kommen und eine Katze retten“ Und Herr Mötteli kam sofort. Er leuchtete hierhin und dahin und er fand keine Katze im Motorraum. Dann kroch er im Fussraum des Autos herum und auf einmal fragte er: „Ist an der Katze was weisses?“ Er hatte ihn gesehen. Er war hinter dem Armaturenbrett hinter dem Handschuhfach in einem Hohlraum der kaum breit genug war um hinein zu kriechen, aber auf jeden Fall zu klein um sich dort zu drehen um raus zu kommen. Und Herr Mötteli konnte kaum eine Hand hineinstrecken. Also was tun? Ich fand natürlich alles aufschrauben und Stück für Stück Platz machen. Ja aber Hallo, heute sind die Autos fast aus einem Guss. Das ganze Armaturenbrett ist von rechts bis links ein Block. Das Handschuhfach ist eingepasst, keine Schrauben, und da war ja noch der Airbag.

10 Minuten wurden 10 Stunden

Die Öffnung vergrössern, keine Chance. Aber jedenfalls wussten wir, dass er noch lebte, weil er nämlich, als er die Hand spürte, ein bisschen fauchte. Aber wie sollte er ihn da runterbringen. Er konnte zwar ein Hinterbeinchen spüren, aber er konnte doch das Tierchen nicht am Hinterbein rauszerren, die Knochen sind doch noch ganz weich. Und es wurde immer heisser und heisser.

Nun versuchte er mit beiden Händen, den Kleinen am Pelz zu fassen und zog (wohl oder übel) am Pelz. Immer wenn er spürte, dass sich der Kleine wehrte, hielt er inne ohne ihn loszulassen und zog wieder und nach 5 oder 10 Minuten (die mir wie 10 Stunden vorkamen) hatte er ihn draussen. Unversehrt, keine Schramme, nur ziemlich belämmert.



Tobias und Felizita

Was für eine Freude, ich musste einfach heulen. Nun wollte ich ihn zu den anderen bringen damit ihn seine Mama trösten könne und da fand ich dann das kleine schwarzweisse Kätzchen... tot, es hatte einfach aufgehört zu atmen. Ich weiss nicht mehr weswegen ich mehr heulte, wegen dem geretteten Kleinen oder wegen seinem toten Geschwisterchen. Tags darauf zogen dann die Mama und die beiden Überlebenden ins Tierheim, wo wir dann für Tobias (den Glückspilz) und Felizita (das dreifärbige Glückskätzchen) in 2-3 Monaten zusammen ein schönes Plätzli suchen werden.

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